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Unser Redebeitrag auf der Protestkundgebung zur Bayer-Hauptversammlung

  • 28.Apr, 2020

#BayerHVOnlineDemo #stopBayerMonsanto #MeineStimmeGegenKonzernverbrechen


Unser Redebeitrag auf der Protestkundgebung zur Bayer-Hauptversammlung

Anlässlich der Bayer-Hauptversammlung möchten wir unsere Motivation unseres Protests gegen BAYER darstellen, wobei wir die Sparte BAYER CropScience in den Fokus rücken.

Wie der UN-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme belegt, brauchen wir dringender denn je eine kohlenstoffspeichernde, humusaufbauende und klimaresiliente Landwirtschaft. Doch wie schaffen wir die Abkehr von der fossilen industriellen Landwirtschaft? Wie erhalten wir die Artenvielfalt? Wie dekolonisieren wir unser Ernährungssystem und schaffen eines, dass sozial und global gerecht ist? Wie kommen wir Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit näher?

Die Antworten, wie ein solches transformiertes Agrar- und Ernährungssystem aussehen könnte, gibt es schon längst, nämlich: die Stärkung von Kleinbäuer*innen durch zu Zugang und Kontrolle über die Produktionsmittel, die Regionalisierung der Landwirtschaft, der Rückbau der Tierproduktion, die Förderung von im Sinne von öko-sozial nachhaltiger, lebensbejahender Landwirtschaft ausgerichtet an existenziellen Um-Mitweltschutzbedürfnissen. Doch auf diesem Weg der Transformation liegen viele Steine und der BAYER Konzern aus Leverkusen ist ein besonders großer, denn mit seinen destruktiven Geschäftspraktiken ist er einer der sechs großen Player der Agro-und Agrochemoindustrie.

Seit Jahren belegen Studien welche dramatischen Folgen BAYERs Pestizide auf die Gesundheit von Menschen und auf das Insektensterben haben. BAYER ist die Nummer zwei auf dem globalen Pestizidmarkt. Und von seinen gesamten Pestizidgeschäften sind 36,7 Prozent hochgiftige Pestizide. Viele von diesen exportiert der Konzern von seinem Produktionsstandort in Dormagen über die Grenzen der EU, da sie hier aus Gründen ihrer Natur- und damit auch Menschenschädlichkeit verboten sind. Es ist ein Geschäft der Doppelstandarts, was uns auch der kürzlich veröffentlichte Bericht von Inkota, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Misereor vor Augen führt. In Brasilien, Südafrika, und vielen anderen Ländern sind Arbeiter*innen auf Plantagen solchen gesundheitsschädlichen Pestiziden oft schutzlos ausgesetzt.

Auf viele Weise wird deutlich das BAYER für seinen Konzerngewinn äußerst schädlichen Lobbyismus betreibt und damit bei den Regierenden seine Regeln durchsetzt. Es ist beispielsweise Praxis, dass Lebensmittel wie: Gemüse, Obst, Getreide, Fleisch, Kräuter, Zierpflanzen von außerhalb der EU importiert werden, welche die Rückstände von Pestiziden enthalten, die aus Lebensschutzgründen hier, innerhalb der EU, verboten sind.

Aber auch Propaganda hat bei BAYER eine lange Tradition. Der BAYER Konzern erklärt, die Lösung für die Ernährung einer weiterwachsenden Weltbevölkerung parat zu haben. Dabei wird die Kombination einiger ökologischer Praktiken, wie Fruchtwechsel mit Biotechnologie propagiert.

Es geht BAYER um die maximal mögliche Intensivierung der Anbauflächennutzung mit Hilfe profitoptimierter Saatgut-Sorten mit entsprechendem "Pflanzenschutz“ und verschiedener digitaler Werkzeuge. Mehr als 100 Millionen Kleinbäuer*innen weltweit möchte der Konzern mit diesem Ansatz zukünftig in seine Abhängigkeit bringen.

Wir müssen uns diesem Wahnsinn entgegenstellen!

Es geht BAYER nicht um Nachhaltigkeit und Förderung bäuerlicher Landwirtschaft, sondern darum, auch in Zeiten von Biodiversitäts- und Klimakrise, die Kontrolle über das industrielle Produktionssystem der Landwirtschaft zu festigen, eigene Profite zu sichern und auszudehnen. Uns muss klar sein: Agrochemie-Industriekonzerne, wie BAYER sind nicht an intakten Agrarökosystemen interessiert, welche ohne Inputs, wie Pestizide und industriell erzeugte Saat auskommen.

BAYER entwickelt aus ökonomischen Gründen eine inputabhängige Landwirtschaft. Dass dies mit dem Ruin der Luft, der Bodenfruchtbarkeit, von Gewässern und ganzer weiterer Ökosysteme einhergeht wird der Gewinnmaximierung nachgeordnet. Außerdem beginnt der Konzern heftig in den Markt der Digitalisierung der Landwirtschaft einzusteigen, um noch stärker die Produktion der Landwirte kontrollieren zu können.

BAYER braucht auch den Erhalt der aktuellen klimaschädlichen Tierproduktion in Europa und anderswo, welche auf z. B.: Gensoja basiert. Die Zahlen bezeugen dies, denn im Saatgutbereich entfallen 75 Prozent ihrer Umsätzen auf Mais und Soja, die in großen Teilen als Futtermittel eingesetzt werden. Der Konzern profitierte also von der Abholzung des Regenwaldes, welche unwiderrufliche Konsequenzen für das Klima und die Biodiversität hat und wird auch weiterhin versuchen. BAYER sieht offiziell erhebliches Potential zur Steigerung seines Absatzes an Pestiziden in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern! Lassen wir nicht zu, dass es dazu kommt! Ein entscheidender Schritt ist der Kampf gegen das EU-Mercosur Freihandelsabkommen.

Unser Ziel ist es Widerstand gegen diesen Giganten zu bündeln und gemeinsam handlungsfähig werden. Ebenso erhoffen wir uns in den Auseinandersetzungen immer stärker international zu vernetzten und Spielräume für Alternativen zu erweitern.

Mit unseren konkreten Forderungen schließen wir uns vielen weiteren Organisationen und Bewegungen an, die für Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit kämpfen.

  • Wir fordern konkret den STOPP chemisch-synthetischer Pestizidproduktion, sowie von gentechnisch veränderten und Hybridsaatgut!
  • Wir sagen BASTA zur Zerstörung der Ökosysteme durch die industrielle Landwirtschaft!
  • Wir brauchen eine sofortige Agrarwende, eine ökologische-und sozial gerecht Landwirtschaft und eine Politik, die die notwendigen Rahmenbedingungen dafür setzt!

Die wirklichen Versorger_innen, also die Kleinbäuer_innen und auf dem Land arbeitenden Menschen, müssen wieder die Kontrolle über die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert werden von den Konzernen zurückgewinnen – hier und weltweit.

Wir möchten euch alle dazu einladen, euch BlockBAYER anzuschließen.

Es gibt viele Gründe, warum der Konzern vergesellschaftet und zur Sanierung belasteter Luft, Böden und Gewässer genutzt werden sollte. Einer der wichtigsten Gründe ist: Unsere Verantwortung für das Leben jetzt und für das, der kommenden Generationen. Wir möchten abschließend allen Menschen unser Mitgefühl mitteilen, die Opfer durch Pestizidvergiftungen, durch die Antibabypille Yasminelle und durch andere von Bayer bzw. Monsanto hergestellter Präparate wurden! Wir unterstützen euch in euren Forderungen auf Entschädigungen und lückenlose Aufklärung!


#BayerHVOnlineDemo #stopBayerMonsanto #MeineStimmeGegenKonzernverbrechen

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