Aktionsaufruf

Aktionsaufruf zu BLOCK BAYER!

17. April 2020 Block Bayer im Rheinland

In Solidarität mit La Via Campesina - Für Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit weltweit

„Weiter wie bisher ist keine Option mehr!” so das Fazit des Weltagrarberichtes von 2018. Unser industrielles Ernährungssystem ist eine der wichtigsten Ursachen für die Klimakrise, für ausgelaugte Böden, abgeholzte Regenwälder, Ungerechtigkeit, Kriege und Konflikte, Umweltverschmutzung, das Artensterben und Wasserknappheit. Das System ist krank! Mit seinen agrochemischen Produkten wie Glyphosat und Co. gießt Bayer Tag für Tag weiter Öl ins Feuer und steht damit so dreist wie kaum ein anderer Konzern für das „Weiter wie bisher…!“

Doch nicht mit uns! Wir fordern "Agrarwende jetzt!" und stehen in Solidarität mit all denen, die dafür schon lange kämpfen. BLOCK BAYER lädt zu Aktionen zivilen Ungehorsams gegen den größten Agrochemiekonzern der Welt ein. Während am 17. April 2020, dem INTERNATIONALEN TAG DES KLEINBÄUERLICHEN WIDERSTANDES, weltweit Protestaktionen gegen Bayer stattfinden, werden wir die Pestizidproduktion von Bayer im Rheinland blockieren.

Für uns wird Widerstand zur Pflicht! Wir kämpfen für:

Bäuerliche und antikoloniale Solidarität

500 Millionen Kleinbäuer_innen ernähren momentan rund 70% der Weltbevölkerung – und das nur auf einem Viertel aller Ackerflächen. Die industrielle Landwirtschaft hingegen, die von einer Handvoll profitgetriebener transnationaler Unternehmen wie Bayer vorangetrieben wird, beansprucht ganze 75% der Ackerfläche, produziert aber nur Nahrung für einen Bruchteil der Menschen. Konzerne wie Bayer versuchen ihre Macht durch Lobbyismus und neoliberale Handelsabkommen immer weiter auszubauen und bringen Kleinbäuer_innen und ihre Höfe weltweit in immer mehr Abhängigkeit. Um ihre Vorherrschaft zu sichern, exportieren die Unternehmen agrochemische Gifte in alle Gegenden der Welt - ungeachtet der fatalen Folgen für Menschen, Natur und Bäuer*innen. Dabei werden auch Pestizide, die hier vor Ort verboten sind, in den Globalen Süden exportiert, wo sie die Natur und Hunderttausende Menschen jedes Jahr (tödlich) vergiften.

Klimagerechtigkeit & Biodiversität

Längst lassen sich Pestizide überall in Böden, Gewässern, Lebensmitteln und selbst im Menschen nachweisen. Immer mehr Leben fällt der Verbreitung dieser Gifte zum Opfer. Das Ergebnis: rasantes Artensterben und der Verlust von Biodiversität. So sind drei von vier Insektenarten allein in Deutschland bereits ausgestorben. Zudem beruht die Herstellung von Pestiziden auf der Verbrennung fossiler Ressourcen, die die Erhitzung der Erde zusätzlich vorantreibt. Für all das trägt Bayer mit seinem agrochemischen Kartell maßgeblich Verantwortung und blockiert somit sozial-ökologische Modelle der Landwirtschaft, wie sie für die Bewältigung der globalen Krisen unabdingbar sind.

Ernährungssouveränität – Die Kontrolle über unser Leben zurückgewinnen

Bayer behauptet, dass nur chemieintensive Landwirtschaft die wachsende Bevölkerung ernähren könne. Dafür gehen sie sogar so weit, die zunehmende Aushöhlung menschlicher und nicht-menschlicher Rechte im Namen "wissenschaftlicher Aufklärung" zu legitimieren. Dabei ist längst erwiesen, dass nur ein agrarökologisches und ressourcenschonendes Modell die Welternährung der Zukunft sichern kann. Hinter der "Wissenschaft" à la Bayer steckt also in Wahrheit nichts als das Streben nach kommerzieller Monopolmacht. Wir aber brauchen keine Wissenschaft im Dienste des Profits. Wir wollen eine Wissenschaft im Auftrag des Lebens – Eine Wissenschaft, die traditionelles, bäuerliches und indigenes Wissen wieder wertschätzt, und die die ökologische und soziale Dimension zusammenführt. So wollen wir ein nachhaltiges Ernährungssystem ermöglichen, das selbstbestimmt, gerecht und frei ist, und sich an den kulturellen und naturräumlichen Lebensbedingungen orientiert.

Unsere Vielfalt gegen die Monokultur von Bayer

Dem uniformen Einheitsbrei der industriellen Landwirtschaft wollen wir wieder die Vielfalt des Lebens entgegen setzen. Deshalb wollen wir unsere Aktion als Plattform nutzen, um emanzipatorische Kämpfe zusammenzuführen und verschiedensten Stimmen Gehör zu geben. In Anerkennung unserer Diversität wollen wir unseren Widerstand gemeinsam dorthin tragen, wo die Zerstörung allen Lebens ihren Ursprung nimmt.

So fordern wir:

STOPP chemisch-synthetischer Pestizidproduktion! 

BASTA mit dem Höfe- und Insektensterben und der Degradierung der Böden durch industrielle Landwirtschaft! Wir fordern daher auch das Mercosur-Abkommen abzulehnen und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU neu auszurichten. 

AGRARWENDE sofort! Für die Stärkung von Bäuer*innen und Arbeiter*innen – hier und weltweit. Dies bedeutet z.B. konkret die Umsetzung der 2018 von den Vereinten Nationen beschlossenen "Erklärung der Rechte von Kleinbauern und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten" durch die Regierungen.

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